"Der introvertierte Intuitions-Typ" "The Introverted Intuitive Type"
IN (Ni)

BeschreibungDescriptionDescrizioneDescripciónوصفОписание类型描述
(INIT | INET | INIF | INEF)

Einleitung


Der introvertierte Intuitionstypus (IN) bewegt sich von Bild zu Bild, von Vision zu Vision und sucht nach jeder Möglichkeit in den tiefsten Ebenen des kollektiven Unterbewusstseins, das sich über Raum und Zeit streckt – er lebt nicht innerhalb der konkreten Gegenwart. Es ist so, als wäre er auf Zellebene durch ein Erbe mit Erfahrungen jener vor seiner Zeit verbunden. Seine Wahrnehmung der Welt ist jene, die nicht von der physischen, sondern von der psychologischen Realität definiert wird. Äußere Objekte, Realitäten und Strukturen gelten für ihn daher als nicht viel mehr als Illusionen, welche die wahren zugrundeliegenden Prozesse verschleiern, die sich wie ein unsichtbares Netz um die Wirklichkeit spannen. Wenn das Objekt ein anderer Mensch ist, dann wird er von einem mysteriösen Zwang dazu verleitet, in seine psychologische Realität einzutauchen und dabei seine Gedanken und Emotionen wahrzunehmen. Man kann ihn als eine Person beschreiben, welche konstant in ihren eigenem Unterbewusstsein lebt und deswegen den unmittelbaren Moment nur brüchig wahrnimmt – wenn er sich beispielsweise eine Aufführung ansieht, wie zum Beispiel ein Theater, dann fällt es ihm schwer, sich auf dieses zu konzentrieren, da er sich zu sehr in sowohl seinem eigenem als auch in dem Kopf der Schauspieler befindet, da er im kollektivem Unterbewusstsein nach einer tieferen Form der Wahrnehmung sucht.

Da er so offen gegenüber Eventualitäten ist, lässt er seine Handlungsfreiheit gerne offen und vermeidet es, sich schnell für etwas zu entscheiden, da er unterbewusst auf die besten wahrgenommenen Optionen wartet – deswegen können andere ihn als passiv und unschlüssig empfinden, wobei er sich durch Faktoren seiner Umgebung konstant genervt fühlen könnte. Während der introvertierte Intuitionstypus in seinem Kopf nach Möglichkeiten sucht, nimmt er sowohl alles schöne als auch hässliche wahr, wobei beide Seiten als gleichwertig empfunden werden; denn für ihn kann sowohl alles Schöne im Kern etwas Hässliches in sich tragen als auch alles Hässliche etwas Schönes – diese Visionen drückt er gerne in Aktivitäten aus, die von jeglicher erdenklicher kreativer Natur sein können. Seine Kreationen schimmern oft in allen Farben – wenn nicht in Farben, dann mit einer Originalität, die sich vom Allbekannten abhebt. Seine Intuition kann ihn zu Visionen führen, die sowohl ihn selbst als auch sein Leben formen und bestimmen; er kann damit anfangen, zu versuchen, verschiedenste Archetypen, Persona oder Persönlichkeiten zu verkörpern, die ihn seiner Vision näherbringen. Desto mehr er jedoch in seinen ästhetischen Visionen versinkt, in welchen er nach den allerschönsten wahrgenommenen Möglichkeiten seines Unterbewusstseins strebt, desto distanzierter wird für ihn die greifbare Realität. Dabei könnte er sich zunehmend von allen objektiven Belangen entfernen. Falls nicht ein kreativer „Künstler“, der sich auf die Realisierung seiner Visionen konzentriert, dann ist er oft ein unbeachtetes Genie, das auf Abwegen geraten ist und als „weiser Naivling“ betrachtet wird – als ein Loser im normalen Leben.

Die Schattenseiten


Der introvertierte Intuitionstypus kann als eine primitive Manifestation des extravertierten Empfindungstypus (ES) beschrieben werden, da dieser jene Aspekte in die tiefste Ebene seines Unterbewusstseins unterdrückt. Dies drückt sich als impulsive Instinktivität und Zügellosigkeit aus, vereint mit einer extraordinären Abhängigkeit und Hypersensibilität gegenüber Sinneseindrücken. Dieser Typus übersieht komplett, was direkt vor seinen Augen ist, wenn er sich nicht gezielt darauf konzentriert; es erreicht sein Unterbewusstsein nicht. Während er versucht, in der Realität seine Visionen umzusetzen, wird er zu impulsiv und unbedacht, weswegen er scheitern könnte. Er flüchtet chronisch vor Umgebungen, die ihm zu laut sind oder dessen Geruch er nicht mag; wenn er das jedoch nicht kann, dann dissoziiert er sich davon, als würden die Störfaktoren nie sein Unterbewusstsein erreichen.

Auf der anderen Seite neigt er zu zügellosen Impulsen, die zum Teil einer Art unkontrollierten Wollust gleichen. Jedoch zeigt er gegenüber Lebensweisen, die sich nach physischem Vergnügen richten ein ausgeprägtes Desinteresse, da Empfindungen nur sehr selten, wenn überhaupt, die intuitive Mauer durchbrechen können. Er selbst kann daher nicht nachvollziehen, wie Menschen ein gegenwärtiges Leben basierend auf Vergnügen leben können, da er selbst nur sehr eingeschränkt dazu in der Lage ist. Authentischstes Vergnügen existiert für ihn nur innerhalb seiner ausgeprägten Fantasie und seiner Visionen. Daher will er die unmittelbare Realität geleitet von seiner Intuition unter seine Kontrolle bringen und an seine subjektiven ästhetischen Visionen anpassen – das Bild des introvertierten Intuitionstypus kann in der extremsten Form dieser Persönlichkeit dem eines Visionärs, Weissagers oder Propheten gleichen. Generell zeigt sich das auch in seinen Erwartungen in der Liebe, die oft von unrealistischen Idealen geplagt sind; sowohl im ästhetischem als auch im psychologischem Sinne – solche Ideale projiziert er dann meist auch auf sein eigenes Wesen, was sich als spezifische Persönlichkeits- und Schönheitsideale äußert. Generell entspricht seine Definition der Liebe jedoch nicht die der physischen Attraktivität, sondern ist viel mehr psychologischer Natur. Anders als der extravertierte Empfindungstypus kann er die Realität nur selten so akzeptieren, wie sie ist.

Introduction


The introverted intuition type (IN) moves from image to image, from vision to vision and searches for every possibility in the deepest levels of collective subconsciousness that stretches across time and space - it does not live within the tangible present. It is as if he is connected on a cellular level by an inheritance to experiences of those before his time. His perception of the world is that which is defined not by physical reality but by psychological reality. External objects, realities and structures are therefore regarded by him as little more than illusions that conceal the true underlying processes that span reality like an invisible net. If the object is another person, then he is tempted by a mysterious force to immerse himself in their psychological reality and thereby perceive their thoughts and emotions. He can be described as a person who lives constantly in his own subconsciousness and therefore perceives the immediate moment only dimly - for example, when he watches a performance, such as a theatre, he finds it difficult to concentrate on it because he is too much in his own head as well as in the head of the actors, as he searches for a deeper form of perception within the collective subconsciousness.

Because he is so open to eventualities, he likes to leave his freedom of action open and therefore avoids deciding on anything quickly, as he subconsciously waits for the best perceived options - this is why others may perceive him as passive and indecisive, whereby he may feel constantly annoyed by factors emerging from his environment. While the introverted intuition type searches for possibilities in his mind, he perceives both everything beautiful and ugly, with both sides being perceived as equally important; for him, everything beautiful can have something ugly at its core as well as everything ugly something beautiful - he likes to express these visions in activities that can be of any creative nature imaginable. His creations often shimmer in all colours - if not in colours, then with an originality that stands out from the ordinary. His intuition can lead him to visions that shape and define both himself and his life; he may begin to attempt to embody various archetypes, personas or personalities that bring him closer to his vision. However, the more he sinks into his aesthetic visions, in which he strives for the most beautifully perceived possibilities of his subconsciousness, the more distanced he becomes from tangible reality. In doing so, he could increasingly distance himself from all objective concerns. If not a creative "artist" who concentrates on realising his visions, then he is often an unappreciated genius who has gone astray and is regarded as a "wise fool" - a loser in normal life.

The Shadow Side


The introverted intuition type can be described as a primitive manifestation of the extraverted sensation type (ES), as it suppresses those aspects to the deepest level of its subconsciousness. This is expressed as impulsive instinctivity and intemperance, combined with an extraordinary dependency and hypersensitivity to sensory input. This type completely overlooks what is right in front of his eyes unless he focusses on it directly; it does not reach his subconsciousness. While he tries to realise his visions in reality, he becomes too impulsive and careless, which could cause him to fail. He chronically flees from environments that are too noisy for him or whose smell he does not like; however, if he cannot do this, he dissociates himself from them as if the disturbing factors would never reach his subconsciousness.

On the other hand, he is prone to unrestrained impulses, some of which resemble a kind of uncontrolled lust. However, at the same time, he shows a marked disinterest in lifestyles that are orientated towards physical pleasure, as sensations can only very rarely, if ever, break through the intuitive wall. He himself is therefore unable to understand how people can live a present life based on pleasure, as he himself is only able to do so to a very limited extent. For him, the most authentic pleasure only exists within his pronounced imagination and his visions. Therefore, guided by his intuition, he wants to bring immediate reality under his control and adapt it to his subjective aesthetic visions - the image of the introverted intuition type in the most extreme form of this personality can resemble that of a visionary, seer or prophet. In general, this is also reflected in his expectations in love, which are often plagued by unrealistic ideals; both in the aesthetic and psychological sense - he then usually projects such ideals onto his own being, which manifests itself as specific personality and beauty ideals. In general, however, his definition of love does not correspond to that of physical attractiveness, but is much more psychological in nature. Unlike the extraverted sensation type, he can rarely accept reality as it is.