logo Advanced
Personality
Deutsch

Enneagramm Ego 9
"Über-Sucher"

enneagram

Dieses Ego beschreibt eine Person, die sich unvollständig fühlt und deswegen im Leben ständig nach Wegen und Möglichkeiten sucht, um diesem tiefgreifenden negativen Gefühl zu entgehen. Dieses Gefühl wird dabei vor allem durch Gedanken des Ungeliebtseins und der Zurücklassung geprägt. Deswegen hat diese Fixierung die Tendenz, sich stark an bestimmte Kompensationsmechanismen und unter anderem auch Menschen zu binden, um in diesen ein Gefühl der Liebe und Vollständigkeit zu finden. Deswegen hat dieses Ego die Tendenz, sich entweder an bestimmte spirituelle oder magische Konzepte zu binden oder auch an bestimmte Ideologien, um darin einen Sinn zu finden, oder sich bestimmten Menschen oder Gruppen anzuhängen. Was ihnen am meisten fehlt, ist ein Gefühl der Liebe im Bezug zur Welt, was sie zu zwanghaften Suchern nach Dingen macht, die ihr Leben mit Sinn und Erfüllung bereichern können.

Weiters existieren innerhalb dieses Egos zwei verschiedene Charaktere beziehungsweise Realitäten: Der Über-Sucher auf der einen Seite und der Unter-Sucher auf der anderen. Der Unter-Sucher beschreibt eine skeptische und misstrauische Person, die zu Wutanfällen neigt. Sie ist außerdem scharfsinnig berechnend und äußerst angriffslustig. Nebenbei verfügt sie über eine sehr pessimistische und indolente Einstellung zur Welt, die mit unzähligen Beschwerden gerechtfertigt wird und sich zu einer rigiden, pessimistischen Ideologie entwickeln könnte. Der Über-Sucher beschreibt eine gutgläubige beziehungsweise naive Person, die zu schnell ihr eigenes Vertrauen verschenkt und daher zu Anhänglichkeit neigt. Daher ist sie ein natürlicher Unterstützer und Anhänger; jedoch kann er deswegen auch fanatische Persönlichkeitszüge und Verhaltensweisen annehmen. Dabei kann eine einzelne Person im Laufe des Lebens beide Charaktere verkörpern; sogar zur gleichen Zeit. In den folgenden Abschnitten wird die Gesamtheit dieser Ego-Fixierung erklärt.

Ego-Charakteristiken

Ego-Fixierung: Sucher

Diese Fixierung hat den tiefsten Mangel eines Gefühls des authentischen Daseins, da es projeziert, von einer Mutterfigur aufgegeben worden zu sein. Ihr Gefühl der Verlassenheit, das einer mangelnden mütterlichen Fürsorge entspringt, entwickelt sich in einen tiefgreifenden Mangel des Selbstwertes, gemischt mit den Gefühlen, vermindert, unerwünscht und wertlos zu sein. Das resultiert in eine starke Skepsis gegenüber anderen und in die Motivation, alles zu hinterfragen. Das Gefühl, nicht genau zu wissen, wer sie sind und was ihre authentische Form ist, begleitet sie alltäglich. Die Projektion, verloren zu sein, gibt ihnen die Fähigkeit, ihren eigenen Lebensstil ohne große Probleme anpassen zu können, da sie sowieso konstant mit Situationen unzufrieden sind. Das resultiert in eine Suche nach einer wahren Form der Existenz und der Liebe, welche sie entweder durch Personen, Spiritualität oder durch das Folgen einer Ideologie finden wollen. Aus dem Gefühl heraus, unbeachtet und ungewürdigt zu sein, könnten auch dazu führen, dass sie einen starken Willen entwickeln und autoritäre Züge annehmen.

Auslöser: Mangelnde Fürsorge der Mutter

Die eigene Mutterfigur wurde als gleichgültig und desinteressiert wahrgenommen, was in eine Projektion der Verlassenheit und mangelnden Fürsorge und Aufmerksamkeit resultiert. Diese Projektion der Verlassenheit entwickelt sich in einen intensiven Mangel des Selbstwertgefühls. Die Reaktion dessen ist die sprituelle Suche nach einer "ultimativen Mutter", die sie mit liebevollen Armen und mit Fürsorge empfängt; das kann auch alles sein, das solch eine Mutterfigur symbolisiert.

Dichotomie: Bereich der Spiritualität

Bewegt sich zwischen zwei Extremen im Bereich der Spiritualität. Dieser Bereich beinhaltet alles überweltliche, magische, mystische oder diabolische; auch alles ideologische. Daher werden auch sehr gerne Hobbys und Interessen in diesem Bereich verfolgt. Ignoranz ist das Gift dieses Bereichs, da spirituelle Dinge über der kalten Realität bevorzugt werden.

Ego-Trugbild: Indolenz

Ihr Trugbild ist, dass sie mit einem Gefühl der Indifferenz beziehungsweise Gleichgültigkeit mit der Welt in Beziehung treten, da sie tief im Inneren ein gebrochenes Herz haben und in der Welt zu wenig Liebe finden.

Ego-Projektionen:

Dieses Ego will sich selbst als engagiert, gütig, aufmerksam gegenüber andere und gutherzig wahrnehmen, gemischt mit einer freudigen und homorvollen Einstellung. Die Realität dieser Fixierung wird von anderen als die Projektion einer Person wahrgenommen, die von skeptischem und misstrauischem Verhalten, Zweifel, Leichtgläubigkeit und Unnahbarkeit geprägt ist und zur Trägheit und Sensualität neigt.

Ego-Position: Selbstmitleid

Auf Grund eines Traumas befindet sich dieses Ego in einem konstanten Zustand des Selbstmitleids, welcher mit laufenden Beschwerden einhergeht. Die Projektion dieses Traumas ist es, zurückgelassen, übersehen und unbeachtet zu sein, weswegen das Ego sich konstant selbstbemitleidet und denken könnte, dass dies ihr Schicksal sei, während es konstant vom Zustand der Wirklichkeit enttäuscht ist.

Ego-Rechtfertigung: Mitleid

Sucht Rechtfertigung über die eigene Wahrnehmung einer lieblosen Welt damit, dass sie ebenfalls großes Mitleid mit den ungerechten Situationen und Erlebnissen anderer Menschen haben.

Ego-Ausgleicher: Spirituell & Realistisch

Nimmt sich selbst als entweder sehr spirituell oder sehr realistisch wahr, womit eine positivere beziehungsweise weniger schmerzvolle Herangehensweise zur Welt gesucht wird.

Ego-Reaktion: Desillusionisierung

Die plötzliche Reaktion des Egos, wenn Situationen, in welchen sie eine Art Liebe gefunden haben, plötzlich nicht so gut sind, wie erhofft, was zu Enttäuschung und Leere führt.

Ego-Verunsicherung: Vorurteile

Ungleichgewicht im Bereich der Spirtualität führt zu Vorurteilen; hauptsächlich von sexueller oder spiritueller Natur.

Passion: Trägheit

Da sie sich tief in ihrem Kern zurückgelassen fühlen, manifestiert sich das im Ego als eine Trägheit im Bezug zu sich selbst. Das Ego tendiert dazu, sich nicht mehr um sich selbst und die Welt zu sorgen. Währenddessen können sie aber in Projekten anderer anstrengende Arbeiten verrichten.

Tugend: Güte

Dieses Ego muss die Güte der eigenen Persönlichkeit entdecken, um den Willen zu erlangen, sich einen Pfad zu erschaffen, welcher von dessen eigener indolenten Einstellung zum Leben hinwegführt.

Falltür: Sucher

Ihr eigener innerer Zwang, neugierig nach einer überweltlichen Form von Liebe in sich selbst und der Welt zu suchen, kann ihnen zusammen mit der Tugend der Güte die Falltür zu einem höheren Zustand des Selbst öffnen.

Heilige Idee: Liebe

Liebe und Geborgenheit im Leben zu finden, ist eines der größten Ambitionen dieses Egos. Um wahre Liebe zu erreichen, muss dieses Ego aufhören, sich selbst zu bemitleiden und sich dem unendlichen Potenzial öffnen, welches in sowohl ihnen selbst und der Welt verborgen liegt.

Problematik: Unentschlossenheit

Das Ego wird im Leben konstant durch die eigene Unentschlossenheit geplagt.

Unmoralische Belastung: Entfremdung

Neigt dazu, eine Schwierigkeit damit zu haben, mit anderen zu kommunizieren, wegen ihrem Gefühl der Verlassenheit. Diese Abspaltung gibt ihnen den äußeren Anschein, sich nicht um andere Menschen zu kümmern, obwohl dies nicht der Fall ist, da dies sie belastet.

Existenzielle Haltungen: Unterstützend - Sarkastisch

Ist auf der einen Seite unterstützend, aber auf der anderen sarkastisch.

Abwehrmechanismen: Kompensation, Symbolisierung

Bei Kompensation werden Bedürfnisse, Gefühle des Nicht-Ausreichens oder der Inkompetenz in einem Lebensbereich durch das Suchen nach Erfüllung in einem anderen Lebensbereich versucht zu kompensieren oder zu überdecken, um Minderwertigkeit oder Unglücklichkeit zu entfliehen. Zum Beispiel kann auch versucht werden, wahrgenommene Lücken mittels Freundschaften zu kompensieren, die sie von der Leere ablenken können. Bei Symbolisierung wendet eine Person sich einer bestimmten Verhaltensweise oder Handlung zu, um eine andere zu ersetzen. Ein Beispiel wäre ein Kind, welches in Eltern nach Zuneigung sucht, diese bei ihnen aber nicht findet, weswegen es ein anderes Objekt, wie ein Stofftier oder imaginäre Freunde, zu einem Symbol der Zuneigung macht.

Kompensationsmechanismus: Sinnlichkeit

Könnte durch ein Ungleichgewicht im Bereich der Spiritualität sich sinnlichen Bedürfnissen hingeben, um das eigene Gefühl der Traurigkeit zu kompensieren.

Mögliche Störung: Vermeidende/abhängige Persönlichkeitsstörung

Bei vereinzelten, extremsten Ausprägungen dieses Egos ist es möglich, dass es der vermeidenden oder abhängigen Persönlichkeitsstörung ähnelt.

Weg der Selbstwirklichung: Selbsterkenntnis

Der Weg des Suchers ist es, den Weg der Selbsterkenntnis zu beschreiten, bei welchem sie in konstanter Analyse mit sich selbst sein müssen. Durch diese Analyse kann eine Selbsterkenntnis erlangt werden, bei welcher sie ihren eigenen unglaublichen Wert erkennen, der zur Selbstliebe führen kann. Diese Erkenntnis geht oft mit einem Weg einher, der immense mystische Nuancen hat.

Bereich der Spiritualität

Repräsentierende Charaktere

Gläubiger Charakter(Über-Sucher)

Dieser Charakter ist eine leichtgläubige und gutgläubige Person, welche die Tendenz hat, in sich selbst und andere glauben zu wollen. Ist ein natürlicher Unterstützer und Anhänger, der immer versucht, die eigenen Überzeugungen im Bezug zu dem rechtzufertigen, was ihnen ein Gefühl der Liebe gibt. Kann deswegen fanatische Persönlichkeitszüge oder Verhaltensweisen annehmen.

Zweifelnder Charakter(Unter-Sucher)

Dieser Charakter ist eine weltliche beziehungsweise realistische, skeptische, misstrauische Person, die eine Neigung zu Wutanfällen hat. Ist ebenfalls scharfsinning berechnend und verfügt zudem über eine eher pessimistische, indolente Einstellung zur Welt. Neigt dazu, pessimistische Ideologien zu entwickeln, die mit Vorurteilen behaftet sind.

Positive Bereiche

Spiritualität

Wendet sich einer spirituellen, mystischen Lebensphilosophie zu, die dem Ego Geborgenheit und Schutz vor der lieblosen Realität verleiht.

Realismus

Wendet sich einem realistischen Lebensstil zu, bei welchem versucht wird, konkrete Schritte zu setzen, um das eigene Leben mit einem Gefühl der Selbstliebe zu erfüllen.

Negative Bereiche

Fanatismus

Das Ego beharrt zu sehr auf die eigene imaginäre Lebensphilosophie, da es denkt, nur durch diese Schutz und Liebe finden zu können. Gibt diese unter keinen Umständen auf.

Skeptizismus

Das Ego ist der kalten Welt gegenüber zu skeptisch und hinterfragt jegliche Konzepte, die von der eigenen verzerrten Lebensphilosophien abweichen.

Ein Ungleichgewicht in diesen Bereichen kann zur Ignoranz und zur Gier nach Liebe führen; im schlimmsten Falle zur intensiven Verfolg von sinnlichen Aktivitäten.

Verwendete Literaturen

Alles auf dieser Seite wurde selbstständig von Advanced Personality verfasst.