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Personality
Deutsch

"Der extravertierte Intuitions-Typ"
EN (Ne)

cognitype

Einleitung


Der extravertierte Intuitionstypus (EN) richtet seine Intuition überwiegend auf äußere Objekte. Nachdem Intuition jedoch hauptsächlich ein unterbewusster Prozess ist, ist dessen Natur schwer zu begreifen. Im Grunde kann er als eine Person beschrieben werden, die weder eindeutig anhand Denken oder Fühlen entscheidet und gleichzeitig ein mehr oder weniger realitätsfremdes Leben führt, da er ständig nach neuen externen Möglichkeiten und Optionen strebt. Der extravertierte Intuitionstypus ergreift neue Objekte und Situationen mit großer Intensität, oft auch mit extraordinärem Enthusiasmus, nur um dann später wieder nach einer Alternative zu suchen, sobald das volle Spektrum an Möglichkeiten von seinem Unterbewusstsein vorausgeahnt wurde. Solange ihm die Welt eine neue Möglichkeit bietet, ist es auch sehr wahrscheinlich, dass sich dieses Muster stetig wiederholt. Er selbst kann jedoch den Eindruck haben, endlich eine Lebenssituation gefunden zu haben, die sich für ihn wie ein finaler Wendepunkt anfühlt, bei welchem er nichts anderes mehr denken oder fühlen kann. Ganz gleich wie vernünftig diese stabile Lebenssituation wäre und wie viele Argumente sie befürworten würden, es könnte ein Tag kommen, an welchem ihm nichts davon abhalten wird, sie als ein weiteres Gefängnis zu sehen, das ihm seine Freiheit nimmt – weder Denken noch Fühlen kann ihn von solch einer neuen Möglichkeit fernhalten, auch wenn diese gegen alle vorherigen Überzeugungen geht. Daher beansprucht der extravertierte Intuitionstypus für sich einen Anspruch auf Befreiung von jeglicher Beschränkung, wobei seine Entscheidungen sich nicht an rationalem Urteil orientieren, sondern sich stattdessen rein vom Rad des Schicksals leiten lassen.

Den extravertierten Intuitionstypus, genauso wie den introvertierten, kann man auch nie in der Welt der akzeptierten Realitätswerte finden, da stabile Konditionen und vor allem Traditionen ihn erdrücken – man findet ihn immer da, wo neue Möglichkeiten für die Zukunft entspringen. Seine Moral orientiert sich weder nach Intellekt noch nach Gefühlen, sondern besteht aus einer Loyalität zu den eigenen intuitiven Sichtweisen und Visionen. Dementsprechend hat er auch wenig Respekt gegenüber den Werten, Überzeugungen und Sitten seiner Mitmenschen, da er diese ohne Rücksicht für seine Vision abreißen könnte. Auf der anderen Seite, falls seine Absichten nicht egoistisch sind, fungiert der extravertierte Intuitionstypus als ein natürlicher Advokat für jede Minderheit, die sich nach einer vielversprechenden Zukunft sehnt, da er in anderen Menschen Potenzial, Leben und Enthusiasmus entfachen kann. Die Gefahr hierbei jedoch ist, dass er sein eigenes Leben verschwendet, da er immer nach neuen frischen Möglichkeiten und Neuanfängen suchen könnte, während nur andere von seinen bisherigen Bemühungen profitieren. Jedoch sind die meisten Menschen des extravertierten Intuitionstypus sehr wohl dazu in der Lage, auf ein langfristiges Ziel in der Zukunft hinzuarbeiten und diesem dabei treu zu bleiben; das darf keines Falls missverstanden werden – sein wichtigstes Merkmal ist es, dass er in seiner externen Umgebung ständig ein gewisses Potenzial wahrnimmt, das er in seiner Zukunft verwirklichen möchte.

Die Schattenseiten

Der extravertierte Intuitionstypus kann als eine primitive Manifestation des introvertierten Empfindungstypus (IS) bezeichnet werden, da dessen Aspekte in die tiefsten Ebenen des eigenen Unterbewusstseins unterdrückt werden. Dies nimmt die Form negativer Projektionen und Kompulsionen bezogen auf viele Aspekte seiner physischen und körperlichen Realität in der sexuellen, finanziellen und körperlichen Atmosphäre. Die wahre Substanz der physischen Realität bleibt ihnen daher verschleiert. Eine Form dessen sind mögliche Symptome der Hypochondrie, was sich als starker Verdacht und als Ängste bezogen auf sich anscheinend annähernde Krankheiten äußert; eine andere Form hingegen kann eine zwanghafte Anbindung an die unpassendste Variante eines Partners oder einer Partnerin sein.

Sein großes Auge für Möglichkeiten und Eventualitäten macht ihn nämlich blind gegenüber der physischen Wirklichkeit, da er für sich selbst eine Freiheit von allen Beschränkungen beansprucht, auch wenn diese Beschränkungen einen positiven Einfluss auf sein Leben hätten. Noch eine mögliche Folge dessen ist eine Befreiung von jeglichem Verstand, was zu neurotischen Kompulsionen in Form von pedantischem, negativem Denken, Haarspalterei und einer extremen Abhängigkeit vom jeweiligen physischen Objekt führen kann.